Caroline Y. Robertson-von Trotha

Caroline Y. Robertson-von Trotha

Die pluralistische Stadtgesellschaft mit Offenheit, Neugierde und Tatkraft gestalten

„Ich bin überzeugt, dass wir gerade durch den Austausch zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft, zwischen den Disziplinen und zwischen den Kulturen gemeinsam gute Zukunftsszenarien entwickeln können.“

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha war von 1989 bis 2002 Gründungsmitglied und Geschäftsführerin des Interfakultativen Instituts für Angewandte Kulturwissenschaft (IAK) und ab 2002 Gründungsdirektorin und Leiterin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Was sie antreibt? „Offenheit für das Neue und eine realistische Einschätzung der Herausforderungen der Integration in einer pluralistischen Stadtgesellschaft; die gleichzeitige Notwendigkeit kulturelle Grenzen zu überwinden und sie aber immer auch wieder neu zu definieren; die Neugierde aber auch die soziale Verantwortung, sich als Wissenschaftlerin und als Bürgerin einzubringen.“

Perspektivwechsel fallen der Soziologin und Kulturwissenschaftlerin als Migrantin – vom schottischen Hochland her kommend – leicht. Mit Unterstützung eines Stipendiums der Peter-Fuld-Stiftung promovierte sie im Jahr 1990 zum Thema „Ethnische Identität und politische Mobilisation“ und habilitierte sich 2004 an der Universität Karlsruhe (TH). Derzeit arbeitet sie beispielsweise an einem EU Projekt zur Frage der Integration von Migrant*innen in der Arbeitswelt.

In den 1990iger Jahren hatte Caroline Y. Robertson-von Trotha einen neuen Begriff eingeführt: Mit ihrer neuen Begrifflichkeit und Konzeption einer „Öffentlichen Wissenschaft“ entwickelte sie dialogisch orientierte Formate, die den Wissenschaftsbetrieb für Diskussionen mit der Gesellschaft öffnen sollten. An erster Stelle stehen hierfür die „Karlsruher Gespräche“, ein öffentliches Diskussionsforum, in dem Akteure aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft aktuelle Trends und Themen aus unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren und künstlerisch beleuchten. Ein weiteres Beispiel ist das neue „World Science Café“, in dem gefährdete und geflüchtete Wissenschaftler*innen die Möglichkeit haben, sich mit ihren wissenschaftlichen Kompetenzen der Stadtgesellschaft zu präsentieren.

Als Mentorin wünscht sie sich die Stipendiat/inn/en als engagierte Menschen, die durch ihre eigenen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen neue Fragestellungen entdecken und Mut zum Perspektivwechsel beweisen. „Durch meine Erfahrung mit jungen Studierenden aus allen Fächern aber auch mit kulturell sehr unterschiedlich sozialisierten jungen Menschen aus dem mediterranen Raum, die ich durch meine Arbeit für die Anna Lindh Stiftung kennengelernt habe, hoffe ich Anregungen dafür geben zu können. Hierzu zählt insbesondere die Sensibilisierung für kulturelle Vielfalt – Inspirationen für ein „thinking out of the box“-kritisches und kreatives Denken, Lust und Mut zum Widerspruch und zum konstruktiven Streit.“