Peter Weibel

Peter Weibel

Die Aufgabe der Kunst ist:
Türen zeigen, wo keiner sie sieht

„Die Welt verstehen, in der wir leben. Die Welt verstehen, von der wir leben. Die Welt verstehen, die wir bewohnen.“

Prof. Peter Weibel ist Vorstand des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe, Künstler, Ausstellungskurator sowie Kunst- und Medientheoretiker. Er steht für globales Denken und bezieht in seine umfangreiche Publikationstätigkeit Technik- undWissenschaftsgeschichte mit ein, um die Moderne zu überwinden.

Peter Weibel ist ein Vordenker mit agilem Geist. Er arbeitet auf der Höhe der Zeit, z.B. an Fragen der digitalen Kulturen – etwa im Rahmen der aktuellen Ausstellung im ZKM „Open Codes. Leben in digitalen Welten“. Sie ist ein ungewöhnliches bildungspolitisches Experiment: Der Eintritt ist frei, die Besucher*innen können mit den Werken interagieren und den Ausstellungsbesuch selbst ein Stück weit neu definieren, indem sie die Ausstellung als inspirierenden Co-Working-Space zum Arbeiten und Zusammenkommen nutzen. Seinen Antrieb beschreibt Peter Weibel im Editorial der Ausstellungbroschüre wie folgt: „Das Museum wird zum Ort von BürgerInnenbildung, in dem die Aneignung von Wissen nicht nur lohnenswert ist, sondern auch belohnt wird. Denn die eigentliche Botschaft des digitalen Wandels lautet: Die Gesellschaft von morgen wird sich von einer Arbeits- zu einer Wissensgesellschaft wandeln (müssen). Daher fordern wir für das 21. Jahrhundert bezahlte BürgerInnenbildung! Wir brauchen in Zukunft kulturell kompetente BürgerInnen, um die Demokratie verteidigen zu können.“

Peter Weibel studierte in Wien und Paris unter anderem Literatur, Film, Medizin und Mathematik. In seiner Funktion als Lehrer an Universitäten und langjähriger Leiter von verschiedenen Institutionen beeinflusst er besonders die europäische Szene der Medienkunst durch Konferenzen, Ausstellungen und Publikationen. Als Künstler ist er vor allem durch seine Arbeiten im Bereich der Performance, der Konzeptkunst, des experimentellen Films und der Medien- und Computerkunst bekannt geworden. Angetrieben von der Sehnsucht nach Wissen und Erkenntnis möchte er die Bildende Kunst hin zur Kommunikationskunst führen. Die Arbeitsbedingungen und das anregende Umfeld in Karlsruhe empfindet Peter Weibel hierfür als ideal.

„Die Gesellschaft lebt von den Begabungen der Menschen“, sagt Peter Weibel. Als Mentor bei Latitude49 / Freiraum für Vordenker möchte er die besonderen Fähigkeiten der Stipendiat*innen herausarbeiten helfen und neue, interdisziplinäre Perspektiven auf die Projekte anbieten. Er stellt sich für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung und kann auch durch seine umfassende Kenntnis von Literatur- und Geistesgeschichte überraschende Denkanstöße geben. Von den Stipendiat*innen erhofft sich Peter Weibel zukunftsweisende Ideen und einen frischen Blick auf die Welt.